Sonntag, 19. Januar 2014

Anna Seidl - Es wird keine Helden geben


Autorin: Anna Seidl
Titel: Es wird keine Helden geben
Preis: 14,95€
Seiten: 251
Verlag: Oetinger
Erscheinungstag: 20. Januar 2014
ISBN-13:  978-3789147463
Teil einer Reihe: nein


 

Berührend, fesselnd, unfassbar: Wenn nichts mehr ist, wie es war. Kurz, nachdem es zur Pause geläutet hat, hört Miriam einen Schuss. Zunächst versteht niemand, was eigentlich passiert ist, aber dann herrschen Chaos und nackte Angst. Matias, ein Schüler aus ihrer Parallelklasse, schießt um sich. Auch Miriams Freund Tobi wird tödlich getroffen. Miriam überlebt - aber sie fragt sich, ob das Leben ohne Tobi und mit den ständig wiederkehrenden Albträumen überhaupt noch einen Sinn hat. Waren sie und ihre Mitschüler Schuld an der Katastrophe?
(Quelle: Verlag)




Das Buch ist mir vor der Bloggeraktion eigentlich gar nicht aufgefallen. Deswegen bin ich froh, dass ich bei der Aktion mitmachen und das Buch lesen durfte. Ich konnte mir noch gar nicht so richtig was unter dem Buch vorstellen. Ich habe auch vorher noch nie ein Buch über einen Amoklauf gelesen. Über dieses Thema werden ja auch wenige Bücher geschrieben. Zumindest kenne ich nur "Es wird keine Helden geben".

Ich habe vorher schon von den anderen Bloggern gehört, dass das Buch sehr emotional, bewegend und fesselnd sein soll. Dies kann ich absolut bestätigen. Die Protagonistin Miriam hat sehr authentisch und emotional ihre Gefühle beschrieben, sodass ich sie vollkommen verstehen und sogar nachempfinden konnte. Ich habe regelrecht mit Miriam mitgelitten und gefühlt. Ihre Wandlung vom glücklichen, blonden, langhaarigen Mädchen zum emotional hin und her gerissenen, rot und kurzhaarigen Mädchen konnte ich gebannt mit verfolgen. Durch ihren Wunsch sich nicht durch den Amokläufer verändern zu lassen kämpft sie um ihre Identität und was sie ausmacht. Sie verliert auch noch ihren Freund Tobi durch den Amokläufer und sie ist ihm auch nur knapp entkommen. Ihre beste Freundin Joanne redet seit dem Vorfall kein Wort mehr und ist emotional am Ende. Grade in dieser Situation hätte Miriam den Rückhalt von Joanne dringend gebraucht.

Durch Rückblenden lernt man den Amokläufer Matias näher kennen und versteht auch, warum er das getan hat. Es rechtfertig zwar nicht, dass er Menschen getötet hat, aber man fühlt und leidet mit ihm mit. Miriam muss auch feststellen, dass sie nicht sonderlich nett zu ihm war. Sie fragt sich mit der Zeit, ob sie das verhindern hätte können, wenn sie nur einmal nett zu ihm gewesen wäre, oder ihm eine Chance gegeben hätte mir ihr befreundet zu sein. Die Autorin schildet sehr authentisch wie sich Miriam von ihren Freundinnen hat beeinflussen lassen und dadurch mit Matias nichts zu tun haben wollte. Auch wenn sie noch kein einziges Wort mir ihm gewechselt hat. 

Ihre Freundinnen gehen alle anders mit der Situation um. Miriam wünscht sich ihr Leben zurück. Joanne verschließt sich und macht dicht. Tanja zieht weit weg und bricht allen Kontakt ab. Es zeigt deutlich, dass jeder Mensch anders mit so einer Situation umgeht. 

Der Schreibstil war sehr angenehm und das Buch war ein richtiger Page-Turner. Es wurde aus Miriams Ich-Perspektive erzählt. Die Kapitel hatten eine gute Länge und die Rückblenden haben das Buch aufgelockert. 




Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es hat mich emotional berührt und gefesselt. Es hat mir auch gegenüber meinen Mitmenschen ein bisschen die Augen geöffnet. Ich kann das Buch jedem empfehlen. Lasst euch selbst davon begeistern. Ich habe öfter hin und her überlegt, wie ich das Buch bewerten soll. Im Endeffekt hat mir das Buch doch sehr gut gefallen.

Daher bekommt es von mir 5 Punkte.

Danke an Oetinger für das Rezensionsexemplar.


Kommentare:

  1. Huhu,

    ich finde das hast du sehr schön beschrieben. Mir hat das Buch ebenfalls gefallen, aber ich kann durchaus auch Leute verstehen, die es nicht so gut fanden, weil sie einfach andere Erwartungen hatten. Der Amoklauf ist zwar immer präsent, aber das eigentlich Geschehen beschränkt sich auf die ersten wenigen Seiten und anschließend geht es wirklich nur noch um die Verarbeitung und die Folgen. Dennoch, eine wirklich serhr gute Leistung der jungen Autorin finde ich =)

    LG
    Anja

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    1. Huhu,

      danke :) Ich dachte auch, dass der Amoklauf länger beschrieben worden wäre, aber der Kern des Buchs ist ja das Leben danach. Ich finde es schade, dass das Buch deswegen von anderen nicht so gut gefunden wird. Aber ich kann auch verstehen, dass manche sich darunter etwas anderes vorstellen. Ich finde es auch eine sehr gute Leistung von der Autorin, besonders da sie das Buch mit 16 geschrieben hat. Ich hätte in dem Alter so etwas nicht schreiben können. Besonders, da es so emotional und echt wirkt, als wäre ihr selbst das passiert.

      Liebe Grüße

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  2. Hey :)
    Habe das Buch vor wenigen Tagen beendet und sehe es genauso!! Ich fand es berührend und echt fesselnd, obwohl ja nicht sonderlich viel passiert ist...zumindest nach dem Amoklauf. Allerdings muss ich sagen, dass ich die Sache mit Stephen am Ende nicht so toll fand. Das ging mir dann doch etwas flott ;)
    Liebe Grüße,
    Ebru

    http://page-after-page-online.blogspot.de/

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    1. Hey :)
      nein, viel ist wirklich nicht passiert, aber das "wenige" wurde richtig emotional rübergebacht. Ich kann vor der Autorin nur meinen Hut ziehen^^ ;)
      Die Sache mit Stephen fand ich auch nicht so dolle. Sie hätte sich mehr Zeit lassen können, aber ich denke, dass es Miriam geholfen hat wieder nach vorne zu sehen.

      Liebe Grüße

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  3. Hallo meine Liebe, ich habe dich getaggt, schau mal hier
    http://leseratte1969.blogspot.de/2014/01/ich-wurde-vier-mal-getaggt-zum-ersten.html

    Liebe Grüße Petra

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    1. Huhu :)
      Oke jetzt habe ich ein schlechtes Gewissen -.- Ich muss mich endlich mal hinsetzen und die Tags endlich nachholen *grummel*, aber danke :) ich freue mich wie immer

      Liebe Grüße

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  4. Wollte dir nur Bescheid geben, dass du getaggt wurdest :) Würde mich freuen, wenn du mal vorbeischaust! http://page-after-page-online.blogspot.de/2014/01/tag-unter-200-leser.html

    Ganz liebe Grüße,
    Ebru

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    1. Danke fürs taggen, deine Nachricht habe ich leider komplett übersehen :/

      Liebe Grüße

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  5. Ebenfalls eine schöne Rezension. Mich konnte das Buch leider überhaupt nicht Emotional mitnehmen. Ich war teilweise sogar genervt. Echt schade. Aber es ist gut, dass jeder eine andere Meinung hat. Daher freut es mich, dass dir das Buch so gut gefallen hat.

    Liebe Grüße
    Vanessa

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    1. Danke für das Lob :)
      Ja, bei dem Buch dachte ich mir schon, dass es zu unterschiedlichen Meinungen führen wird. Ich dachte zwar ab und zu: reißt euch doch mal am Riemen, aber ich konnte die Reaktionen der Charaktere vollkommen verstehen, da dass eine neue und schockierende Situation für sie alle war.

      Liebe Grüße

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